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Apropos Schlafen. Zwei Blöcke entfernt vom Partymekka strömen Nostalgietouristen nicht mehr nur ins altehrwürdige “Pera Palace”-Hotel, in dem Agatha Christie ihren “Mord im Orient-Express” schrieb. Junge Leute zieht es 300 Meter weiter ins “Grand Hotel de Londres”, einen Drehort von Fatih Akins Kinohit “Gegen die Wand”. Für den langen Flug bietet Backgammon eine gute Unterhaltung.
Überall trifft man auf Atatürk, den Begründer der modernen Türkei. Sein Konterfei hängt in Hotel-Lobbys, Teehäusern und Lokalen wie das eines Popstars. Mal im einzelnen Rahmen, dann als Bildergalerie über einer Theke. Er ist wohl nicht ganz unbeteiligt daran, dass heute über einen EU-Beitritt der Türkei nachgedacht wird.
Ein Überbleibsel aus alten Zeiten ist die rote Straßenbahn, die tagsüber im Fünf-Minuten-Takt die Istiklal Caddesi rauf und runter bimmelt. An der Endstation, am “Tünel”, liegt das “Babylon”, der Konzertsaal für die Off-Szene. Das andere Ende ist am Taksim. Das ist der Platz der Unabhängigkeit, der eher wie eine riesige Betonplatte aus Stalins Zeiten aussieht als wie ein Symbol für die moderne Türkei. Hier eröffnete 1987 das erste MC Donalds in Istanbul.
Kommt man am Taksim aus dem “Kimanci”, einem Tanzclub über mehrere Etagen, in dem der DJ von klassischem Rock bis zu türkischer Musik alles mischt, stolpert man von einer Imbissbude zur nächsten. Auch morgens um vier gibt es Döner bis zum Abwinken. Um diese Zeit aber auch zwielichtige Gestalten.
Wer so richtig abzappeln will, muss sich ins Taxi schwingen. Etwas außerhalb von Besiktas liegen gleich drei Discos aufgereiht an einer Straße. Die bekannteste ist die Open-Air-Disco “Laila”, etwas weiter das “Reina” – beides “Schicki-Micki-Clubs mit rund 20 Euro Eintrit”", meint der 32-jährige Tunc Aksa. Richtig trendy unter Istanbuler Jugendlichen ist das “Crystal”, eine Disco mit House- und Technomusik. Und in lauen Sommernächten wird auch der Bosporus zur Beachparty-Meile erklärt.
Zum Chill-Out nach durchtanzter Nacht kann man direkt in der Gegend bleiben. In “Tophane Nargile”, einer Kissen- und Teppichlandschaft, wabert einem der Geruch von Honig-Melonen- oder Bratapfeltabak entgegen. Ausspannen auf Türkisch bei “nargile” und “tavla” – bei Wasserpfeife und Backgammon. Das ist gerade bei jungen Türken wieder Kult. Kultig ist auch das Künstlerviertel Ortaköy mit seinem mediterranen Flair. Dafür sorgen die bunten Häuser an der Bosporus-Promenade, viele Silberschmuckgeschäfte, Straßencafés und Billardkneipen. Sonntags gibt es hier einen Kleinkunstflohmarkt. Und alles nur einen Katzensprung von der Hagia Sophia, dem alten Zentrum der heimlichen Hauptstadt, entfernt. NICOLE NELISSEN
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Währung: 1,85 Mio Lira = 1 Euro. Ab Januar 2005 werden vom aktuellen Kurs sechs Nullen gestrichen. In Hotels und an Wechselschaltern ist der Geldtausch meist günstiger als in der Bank. In größeren Orten kann man mit EC- und gängiger Kreditkarte Geld ziehen.
Zeit: Die Türkei liegt in der osteuropäischen Zeitzone (Mitteleuropäische Zeit plus eine Stunde)
Beste Reisezeit: ganzjährig, allerdings kann es im Winter empfindlich kalt werden